Einkommensteuer

Gewinne aus Online-Pokerspielen (FG)

Das FG Münster hat entschieden, dass Gewinne aus Online-Pokerspielen der Einkommen- und Gewerbesteuer unterliegen können. Dies gilt insbesondere für das Online-Pokerspiel „Texas Hold´em“, das als Geschicklichkeitsspiel und nicht als ein gewerbliche Einkünfte ausschließendes Glücksspiel gelte.

Im Urteilsfall waren die Voraussetzungen für die Annahme gewerblicher Einkünfte gegeben. Der Kläger hat sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt, indem er eine Leistungsbeziehung mit seinen Mitspielern am (virtuellen) Pokertisch eines Online-Portals unterhalten und nach außen hin für Dritte erkennbar in Erscheinung getreten ist. Da er über eine gewisse Dauer hinweg das Online-Pokerspielen ausgeführt hat und dadurch Gewinne erzielt hat, hat der Kläger mit Gewinnerzielungsabsicht gehandelt.

Nach Auffassung des FG Münster wurden nach dem Gesamtbild der Verhältnisse, insbesondere der Steigerung der Spielzeit und der Höhe der Einsätze, die Grenze einer reinen Hobbyausübung hin zu einem „berufsmäßigen“ Online-Pokerspiel überschritten, weshalb Einkünfte aus Gewerbebetrieb gegeben sind.

 

(,G; Revision anhängig, BFH-Az. X R 8/21)