Einkommensteuer

Kein häusliches Arbeitszimmer bei sog. Notfallpraxen (BFH)

 

Ist bei einem in die häusliche Sphäre eingebundenen Raum, der als Behandlungsraum eingerichtet ist und der nachhaltig zur Behandlung von Patienten genutzt wird, aufgrund seiner Einrichtung und tatsächlichen Nutzung eine private (Mit-)Nutzung praktisch auszuschließen, begründet allein der Umstand, dass die Patienten den Behandlungsraum nur über einen dem privaten Bereich zuzuordnenden Flur erreichen können, keine Abzugsbeschränkung gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG für die hierfür geltend gemachten Betriebsausgaben.

Das Finanzamt erkannte im Hinblick auf § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b EStG die Aufwendung einer Ärztin für einen Behandlungsraum im Keller ihres privaten Wohnhauses, den sie zur Behandlung von Notfällen eingerichtet hatte, nicht an. Der Raum stelle ein häusliches Arbeitszimmer dar und der Klägerin stehe in der Praxis ein Arbeitsplatz zur Verfügung.

Das FG Münster hatte ebenfalls entschieden, dass dem Abzugsverbot für ein häusliches Arbeitszimmer auch die Kosten für einen Behandlungsraum für Notfälle im privaten Wohnhaus eines Arztes unterliegen ().

 

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