Einkommensteuer

Entfernungspauschale bei Hin- und Rückweg an unterschiedlichen Arbeitstagen

 

Die Entfernungspauschale für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte deckt arbeitstäglich zwei Wege (einen Hin- und einen Rückweg) ab. Legt ein Arbeitnehmer nur einen Weg am Tag zurück, so ist nur die Hälfte der Entfernungspauschale je Entfernungskilometer und Arbeitstag als Werbungskosten zu berücksichtigen.

Der BFH hatte bereits mit Urteil v.  – VI R 16/76 zu § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F. vor Einführung der Entfernungspauschale entschieden, dass der frühere Kilometer-Pauschbetrag von 0,36 DM für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit dem eigenen Kraftfahrzeug zwei Fahrten (eine Hin- und eine Rückfahrt) abdeckt und dass ein Arbeitnehmer, der nur eine Fahrt zurücklegt, entsprechend nur die Hälfte des Kilometer-Pauschbetrags – also 0,18 DM je Entfernungskilometer und Arbeitstag – als Werbungskosten abziehen kann.

An dieser Rechtslage hat sich im Grundsatz weder mit der Einführung der Entfernungspauschale durch das Gesetz v.  noch durch das seit dem Veranlagungszeitraum 2014 geltende (neue) Reisekostenrecht etwas geändert. Der BFH hält für das im Streitjahr geltende (neue) steuerliche Reisekostenrecht daran fest, dass die Entfernungspauschale zwei Wege (einen Hin- und einen Rückweg) abdeckt. Ein Arbeitnehmer, der an einem Arbeitstag nur einen Weg zurücklegt, kann nur die Hälfte der Entfernungspauschale von 0,30 € also 0,15 € je Entfernungskilometer und Arbeitstag als Werbungskosten abziehen.

Das FG () führte in der Vorinstanz bereits aus, dass für die Rückfahrt an einem anderen Tag kein weiterer Werbungskostenabzug vorgesehen ist. Diese Auslegung führe auch zu einer sachgerechten Abbildung der wirtschaftlichen Belastung und zu einer Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer.

 

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