Umsatzsteuer

Vorsteuerabzug aus Umzugskosten (BFH)

 

Beauftragt eine Konzerngesellschaft Makler für die Wohnungssuche von Angestellten, die aufgrund einer konzerninternen Funktionsverlagerung aus dem Ausland an den Standort der Konzerngesellschaft in das Inland versetzt werden und trägt die Konzerngesellschaft die Kosten hierfür, liegt im Verhältnis zu den zu ihr versetzten Arbeitnehmern weder ein tauschähnlicher Umsatz noch eine Entnahme vor. In einem solchen Fall ist die Konzerngesellschaft aus den von ihr bezogenen Maklerleistungen entsprechend ihrer Unternehmenstätigkeit zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Im Streitfall lag bezüglich der versetzten Arbeitnehmer kein tauschähnlicher Umsatz vor, weil erst mit der Vorteilsgewährung die Grundlage für die Erbringung von Arbeitsleistungen gegeben war. Die Höhe des Gehalts wurde auch nicht durch die Höhe der Umzugskosten, die übernommen worden sind, beeinflusst.

Des Weiteren lag nach Auffassung des BFH auch keine Entnahme vor. Denn in diesem Fall bestand das vorrangige Interesse in der Versetzung der erfahrenen Mitarbeiter an den neuen Konzernstandort, um den Aufbau als Konzerndienstleister zu unterstützen.

Für die Bejahung des Vorsteuerabzugs war das Unternehmensinteresse ausschlaggebend, das als vorrangig vor dem Arbeitnehmerinteresse hinsichtlich der Begründung eines neuen Familienwohnwortes gesehen wurde.

Wie jedoch Umzüge im Inland zu behandeln sind, war nicht Gegenstand der BFH-Entscheidung im Streitfall.

(BFH, Urteil v. 6.6.2019 – V R 18/18, veröffentlicht am 10.10.2019)